Interessante Waldbegehung: Das «Totholz» lebt
Die öffentliche Waldbegehung der Gemeinde Büsingen thematisierte einen speziellen Naturbereich.

Am Ende der kleinen Exkursion in den Büsinger Wald, die am vergangenen Samstag stattfand, prasselte dankbarer Applaus auf Peter Stamm aus Langwiesen nieder. Peter Stamm ist Präsident eines Vereins, der arg an Mitgliederschwund leidet, dem Kleintierzüchterverein Büsingen. Trotzdem, er gibt nicht auf. Neben der Veloroute Nr. 8, der Naturstrasse dem Rhein entlang Richtung Diessenhofen, hat er einige naturfördernde Stationen eingerichtet, die aufzeigen, dass im Wald nicht nur Vögel zwitschern und sich Fuchs, Reh und Wildschwein verstecken, sondern das die Grundlagen des Waldes im Verborgenen geschaffen werden: im Reich der Kleintiere. Peter Stamm fordert: «Wenn wir neue Kleinstrukturen in
der gesamten Landschaft

Er setzt sich für die Natur ein: Peter Stamm am «Hotel für Wildbienen».

schaffen, knüpfen wir das Lebensnetz für die Natur». Dass sein Engagement für die Kleinkreatur ihm eine Herzensangelegenheit ist, spürten die Exkursionsteilnehmer bei jedem Wort seiner Ausführungen zu den einzelnen Stationen wie «Steinhaufen», «Steinmauer», «Wildbienenhotel» und «Totholz».

«Unaufgeräumter» Wald

Manchem Waldspaziergänger werden abgestorbene Bäume und sicherlich auch grosse Haufen Abraumholz auffallen, die über einen langen Zeitraum scheinbar nutzlos verrotten. Es ist Totholz, gewollter vielfältiger Lebensraum für Vögel und Kleingetier. Der Specht zieht in der selbstgezimmerten Höhle seine Brut auf; die Hornisse baut aus den Holzfasern ihr Nest und die Larven des Wespenbocks und des Prachtskäfers fressen sich durchs Totholz. Ihre Fressgänge wiederum dienen Bienen und Wespen als Kinderstube. Eine kleine natürliche Welt also, zu der jedermann – so Stamm – mit einem Garten und entsprechenden kleinen Installationen beitragen kann.

Pferde oder vollautomatische Holzernter?

Bei einer Waldbegehung darf natürlich ein Waldexperte nicht fehlen. Johann Hahnloser, Amtsleiter beim Kreisforstamt Radolfszell/Konstanz, befürwortete die Ausführungen Stamms mit einer kleinen Einschränkung: «Aus Sicherheitsgründen müssen abgestorbene Bäume im Bereich von Waldwegen gefällt werden». Beim Büsinger Wald sei der viele Privatbesitz mit kleinen Parzellen speziell. «Hier wäre die Holzernte mit Pferden statt mit tonnenschweren automatischen Holzerntern sogar noch vollstellbar». Diese Bemerkung war für die Exkursionsteilnehmer Startschuss für nostalgische Erinnerungen.
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